John Horgan, “Der menschliche Geist”
Fischer | 2001 | ISBN: 3596151392 | 428 pages | PDF | 1,9 MB
Wo liegen die Grenzen der Selbsterkenntnis? In Der menschliche Geist, dem Nachfolgewerk zu seinem allgemeiner gehaltenen An den Grenzen des Wissens, stellt der gefeierte Wissenschaftsautor John Horgan eine kritische Betrachtung über die Welt der Neurowissenschaft an. Horgan, sowieso schon pessimistisch was die langfristigen Aussichten für das große Streben des wissenschaftlichen Fortschritts angeht, findet bezüglich der Behauptungen derer, die das Gehirn und den Verstand erforschen, sogar noch mehr Anlass zur Skepsis.
Werden wir je die erklärungsbedürftige Kluft zwischen unserem reduktionistischen neuroanatomischen Wissen und unserem alltäglichen Bewusstsein der Qualität unserer Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle schließen können? Horgans Antwort darauf lautet nein. Er ist allerdings kein Neo-Maschinenstürmer. Es ist nicht sein Ziel, die Öffentlichkeit zu desillusionieren oder den Geldfluss zu reduzieren, sondern vielmehr, die Anmaßung der Neurowissenschaftler, Entwicklungspsychologen und Künstliche-Intelligenz-Forscher anzusprechen, die alle behaupten, ein neues goldenes Zeitalter stünde uns kurz bevor, dank einer bevorstehenden großen vereinten Theorie des Bewusstseins, einer Theorie, die Horgan bestenfalls für unwahrscheinlich und weit verfehlt hält. Sein klarer, unterhaltsamer Stil ist mehr im Gesprächston gehalten als polemisch und seine Porträts von Koryphäen wie Eric Kandel und Lewis Wolpert sorgen für fesselnden, wohl überlegten Lesestoff. Auch wenn Sie wie viele Neurowissenschaftler seine Meinung nicht teilen sollten, sein Standpunkt ist dennoch erfrischend und faszinierend, und allein schon deswegen einen Gedanken wert. –Rob Lightner
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